Grußwort Michael Groschek, Verkehrsminister NRW

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Die Binnenschifffahrt ist in Nordrhein-Westfalen gut aufgehoben. Wir sind das bedeutendste Binnenschifffahrtsland in Deutschland und haben mit dem Rhein eine der leistungsfähigsten Binnenwasserstraßen. Auch das westdeutsche Kanalnetz bietet gute Voraussetzungen für den Gütertransport mit dem Binnenschiff und – anders als auf Straße und vermehrt auch auf der Schiene – noch ausreichend Kapazität.

Leider ist die Binnenschifffahrt in der Öffentlichkeitswahrnehmung nicht so präsent wie beispielsweise die Straße. Auf der Wasserstraße gibt es keine im Radio veröffentlichten Verkehrsmeldungen. Und nur dann, wenn es zu außergewöhnlichen Ereignissen kommt, schafft es die Binnenschifffahrt in die öffentlichen Medien – jedoch meistens mit negativen Schlagzeilen wie Streik, Beeinträchtigungen durch Hoch- oder Niedrigwasser.

Angesichts der wachsenden Gütermengen ist eine Verknüpfung der Verkehrsträger entsprechend ihrer jeweiligen Stärken das Gebot der Stunde. Trotz differierender Prognosen zur Entwicklung des Güterverkehrs und Beeinträchtigung des Wachstums durch die Wirtschafts- und Finanzkrise müssen wir uns auf noch mehr Gütertransporte einstellen. Die Straße wird dabei auch künftig Hauptträger der Gütermengen sein. Wenn aber die Binnenschifffahrt und die gut aufstellten Binnenhäfen in Nordrhein-Westfalen ihre Stärken klug nutzen, kann damit ein wichtiger Beitrag zur Aufrechterhaltung der Mobilität am Wirtschafts- und Industriestandort geleistet werden.

Zur Stärkung der Binnenschifffahrt, der Binnenhäfen und der Logistikstandorte in Nordrhein-Westfalen werden wir daher ein neues Hafen- und Logistikkonzept erarbeiten, in dem wir die geänderten wirtschaftlichen, logistischen und verkehrlichen Faktoren sowie die politischen Zielsetzungen berücksichtigen und eine Neugewichtung vornehmen. Auch hier wird die Verknüpfung der Verkehrsträger zu effizienten Transport- und Logistikketten eine wichtige Rolle spielen.

Damit eng verbunden ist die Verfügbarkeit von Umschlag- und Logistikflächen in den Häfen. Ausreichende Flächen sind erforderlich, um die Wertschöpfung an dafür bestens geeigneten Hafenstandorten zu ermöglichen und im Land zu behalten. Nur so werden neue Arbeitsplätze geschaffen und nachhaltige Wertschöpfung generiert.

Ich hoffe, dass die Bedeutung des Systems »Wasser« für Logistik und Verkehr künftig noch stärker erkannt wird. Dazu muss die Bereitschaft geweckt werden, seine Vorteile zu nutzen. Nicht nur die Politik ist hier gefordert, sondern auch diejenigen, die die Transportentscheidungen treffen.

Ich begrüße es daher sehr, dass das »Forum Binnenschifffahrt« eine Plattform bietet, die Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt darzustellen und ihre überzeugenden Möglichkeiten kennenzulernen. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünsche ich dabei gute Impulse und spannende Diskussionen.

Michael Groschek

Vorträge und Impulsreferate 2014