Inhalt 07 | 2017


Editorial

  • Die Geister, die ich rief...

Nachrichten

 

Schifffahrt

    • Verkehrsverlagerung: Bund will Bahn-Trassenpreise senken
    • »Faires Miteinander der Verkehrsträger«
    • Weser frei für große Schiffe
    • Irritationen um den RegioPort Weser
    • Elbe-Containerverkehre: Per Express nach Hamburg
    • Ist die Logistik fit für das Digitalzeitalter?
    • Diegitalisierung soll Elbschifffahrt stärken
    • Jubiläum: 20 Jahre Ed Line – eine Erfolgsgeschichte

    Schiffstechnik

    • Shell geht mit Flüssiggas in Fahrt
    • Köln bekommt LNG-Bunkerstation
    • GS Yard: »Gervais« kommt pünktlich zum Fest
    • Schiffsmanagement wird digital

    Spezial kleine Schiffe

    • Schiffswerft Bolle mit guter Bilanz
    • Felbermayr erhält Klappschute
    • Sauberer durch den Hafen Rotterdam
    • Marx: Testfahrten mit Diesel-Außenbordmotor
    • EU vereinheitlicht Ausbildung

    Logistik

    • Westhäfen: Binnenschiffe werden ausgebremst
    • Basel: Landor nimmt Verladebrücke in Betrieb
    • Hub-Terminal Budapest geht ans Netz
    • Großprojekt: Combi Lift bestellt Heavylift-Flotte

      Shortsea · Seehäfen

      • Airbus schlägt Flugzeugteile über Stade um
      • Ausstellung: Die Seidenstraße in der Hamburger Hafencity

      Wasserstraßen · Häfen

      • Mehr Güter aus österreichischer Donau
      • Rheinhäfen erzielen Umschlagplus
      • Ludwigshafen plant Transporte online
      • Main-Donau-Kanal: Ein Geschenk zum Geburtstag
      • Hafen Muttenz erhält Südanbindung
      • Gutes Quartal für Berlin-Brandenburg
      • Ausbau am Hafen Roßlau hat begonnen
      • Schleuse Calbe bekommt neues Untertor
      • Oberelbe: Niedrigwasser hemmt die Schifffahrt
      • Erfolgreiche 20 Jahre der ERSTU

      HTG-Info und Kalender

        Recht

        • Mengenermittlung und Ladungsunterschlagung

        Rubriken

        • Büchermarkt
        • Buyer's Guide
        • Jobbörse
        • Inserentenverzeichnis
        • BDS
        • Impressum / TV-Programm

          Editorial

           

          Ausgabe 07|2017

          von Hermann Garrelmann (Fachredakteur)

          Die Geister, die ich rief...

          Nun ist die Katze aus dem Sack. Mit über 350Mio. €, einer Drittel Milliarde, will Verkehrsminister Dobrindt die Bahn subventionieren. Die Güterbahn. Erinnern Sie sich: das ist so viel wie in Vorjahren insgesamt in die Wasserstraßen investiert wurde. Gut, das ist Vergangenheit. Aber was hat der Zauberlehrling Dobrindt, dem mit der PKW-Maut möglicherweise sein Meisterstück gelang, sich dabei gedacht, das Staatssäckel derartig zu öffnen?

          Mit diesem Geld sollen Wettbewerbsnachteile ausgeglichen werden, die auf der Bahn lasten. Die aber sind zu großen Teilen hausgemacht. Technische Rückstände, über Jahre gewachsen, sind da ebenso zu nennen wie die Last durch die Energiewende. Die fiel ja auch einfach so vom Himmel. Den Rückfall der Bahn im Modal-Split wird der Minister damit nicht kompensieren. Dieser Ansatz liegt woanders. Solange weiter Billiglöhner von woher auch immer im wettbewerbsverzerrten Lkw über unsere Autobahnen brausen, ist keine Änderung zu erwarten. Solange nicht alle externen Kosten, die der Lkw verursacht, diesem Verkehrsträger auch angelastet werden, bleibt alles wie es ist. Vielleicht wird die Bilanz der Bahn ein wenig schöner.

          Vergessen hat aber der Bundesverkehrsminister auch den Dritten im Bunde: die Binnenschifffahrt. Wo ist denn, Herr Minister, der »Masterplan Wasserstraßen«, wo sind die Visionen für den nassen Verkehrsträger? Bei Planco wird gerade an einer neuen Tarifstruktur für die Nutzung der Wasserstraßen gerechnet. Die alte brachte 55 Mio. € jährlich ein, der größte Teil aus dem Nord-Ostsee-Kanal.

          Eine Vorgabe für die neuen Tarife war »kostendeckend«. Mit dem jetzt eingeräumten Rabatt für die Bahn ist dieser Ansatz obsolet. Den Auftrag an Planco kann Dobrindt sofort stornieren, das spart nochmals Geld. Es braucht keine neuen Gebühren, unter dem Bahn-Discount braucht es gar keine Abgaben der Schifffahrt mehr.

          Aber die Frage nach Gerechtigkeit stellt sich in diesem Land wohl inzwischen anders. Einen Lichtblick gibt es aber: sogar der Staatssekretär Ferlemann findet die Kritik von BDB und BÖB verständlich. Was aus dieser Einsicht wird: Abwarten.
          Für Dobrindt, sollte er nach der Wahl seinen Job behalten, dürfte indes gelten: »Die Geister die ich rief, werd ich nicht wieder los.« Auf denn, Zauberlehrling, wo ist die adäquate Summe und Aufmerksamkeit für die Binnenschifffahrt? Wir sind gespannt.

          Viel Spaß beim weiteren Lesen wünscht

          Hermann Garrelmann