Inhalt 04 | 2017


Editorial

  • Zeitenwende

Nachrichten

Schifffahrt

    • Parlamentarischer Abend: Sorgen um die Binnenschifffahrt
    • Maritime Konferenz: Seitenblick auch auf das Hinterland
    • Schleusensperren an süddeutschen Wasserstraßen
    • Ausbildung muss neu konzipiert werden
    • Grüne Tanker fahren im freien Markt
    • Gütermengen auf der Mosel gehen zurück
    • Elbekonzept – erstes Etappenziel erreicht

    Schiffstechnik

    • Mit Sonnenenergie und Pflanzenfett
    • Vom Rhein für den Bodden
    • Emerald Waterways erhält Flottenzuwachs
    • »Trave Queen« steuert jetzt elektrisch
    • Maritime Industry: Innovationen bleiben das Kernthema
    • Elektrisch durch Venedig
    • Doppeltaufe für Hamburgs Eisbrecher
    • Antrieb mit Methanol und Brennstoffzelle
    • »Griep To II« nimmt Betrieb auf
    • Neue Technologien auf dem Terminal

    Logistik

    • Messe: München wird zum Mekka der Logistik

    Seehäfen · Shortsea

    • HHLA stärkt Intermodalgeschäft
    • Binnenschiff-Shuttle zwischen Brunsbüttel und Hamburg
    • News aus Seehäfen und Hinterland
    • BLG trotzt der Krise

      Wasserstraßen · Häfen

      • Duisport als Fels in der Brandung
      • Hafen Nürnberg: »Tonnage ist nicht das einzige Kriterium«
      • EU fördert Effizienz in den Donauhäfen
      • Donauschiffer mit viadonau zufrieden
      • Ehrgeizige Ziele an Elbe und Oder

      HTG-Info und Kalender

      Recht

      • Produktverunreinigung im Tankschiff

      Rubriken

      • Büchermarkt
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      • Impressum / TV-Programm

        Editorial

         

        Ausgabe 04|2017

        von Krischan Förster (Chefredakteur)

        Zeitenwende

        Es sind gute Ergebnisse in der Bilanz, die zuletzt von den Häfen, an der Küste ebenso wie im Binnenland, für das vergangene Jahr vorgelegt werden. Trotz der wirtschaftlichen Widrigkeiten und der Wetterkapriolen. Doch die Stagnation oder gar der Rücklauf beim Güterumschlag gibt zu denken. Die Zeiten des Mengenwachstums sind ganz offensichtlich vorbei.

        Die Warnsignale kommen aus den Seehäfen. Zwar steigt die ins Hinterland transportierte Gütermenge noch an. Es werden zu Land und zu Wasser weiter neue Verbindungen geschaffen, die Impulse setzen. Doch die Zahl der Container wächst nur noch langsam, wenn überhaupt. Und der Umschlag von klassischen Massengütern nimmt  hierzulande eher ab.

        Die Binnenschifffahrt musste im vergangenen Jahr Einbußen (-0,8 %) hinnehmen, sowohl bei der Transportmenge als auch bei der Transportleistung. Zusätzlich zu den Krisen- und Wetterphänomenen verschärft sich das strukturelle Problem für das Gewerbe.

        Die jüngsten Hiobsbotschaften von ThyssenKrupp, Produktion und Arbeitsplätze im Ruhrgebiet ein weiteres Mal abschmelzen zu wollen, betreffen unmittelbar die Binnenschifffahrt. Sollten die Pläne umgesetzt werden, gibt es absehbar deutlich weniger Kohle, Eisenerz und Stahl zu transportieren – rund 23 Mio. t bezieht der Stahlgigant im Jahr. Die Werkshäfen sorgen in Duisburg für fast die Hälfte des Umschlags.

        Gerade auf langer Strecke und großer Menge hat das Binnenschiff gegenüber den konkurrierenden Verkehrsträgern Bahn und Lkw seine Vorteile. Ein konjunkturell, infrastrukturell oder wetterbedingter Rückgang bei Rohstoffen, Baumaterialien und Agrarprodukten lässt sich nicht ohne weiteres kompensieren. Nicht mit Containern, nicht mit Projektladung.

        Eine Mengenabnahme läutet aber nicht zwangsläufig einen Niedergang ein. Auf lange Sicht muss sich das Gewerbe neu orientieren. Der steigende Innovationsdruck, immer strengere Regularien und der anstehende Generationswechsel in den Steuerhäusern werden den Wandel beschleunigen.

        Vermutlich wird die Flotte insgesamt absehbar schrumpfen, in jedem Fall aber kann sie, ja muss sie, moderner und schlagkräftiger werden.

        Maßgeschneiderte Transportlösungen für die Kunden, eine (noch) engere Einbindung in bestehende oder neue Logistik-Ketten und eine größere Dienstleistungstiefe könnten den Anteil an der Wertschöpfung sogar signifikant erhöhen. 

        Viel Spaß beim weiteren Lesen wünscht

        Krischan Förster