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09.08.2017

A40-Rheinbrücke bei Duisburg bald wieder frei

Aufatmen im Ruhrgebiet: Nach umfangreichen Reparaturarbeiten soll die Vollsperrung der A40-Rheinbrücke Neuenkamp bei Duisburg in der kommenden Woche wieder aufgehoben werden. Dies hat Verkehrsminister Hendrik Wüst bekanntgegeben.


Foto: wikipedia

Es ist geplant, die Brücke am Dienstag, 17. August 2017, um 5 Uhr wieder für den Verkehr freizugeben. Dann könnten Autos und Lkw wieder auf zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung die Brücke passieren, so der Minister.

Die Rheinbrücke gilt als eine der wichtigsten Verbindungen zwischen dem Ruhrgebiet und den Niederlanden. Sie war am Mittwoch der vergangenen Woche voll gesperrt worden, nachdem ein Riss in einer Seilverankerung der Brücke entdeckt worden war. Die sofort eingeleitete Überprüfung auf weitere Risse durch ein Expertengremium habe ergeben, dass mehr als 50 Risse in verschiedenen Längen saniert werden müssten. »Das aktuelle Beispiel zeigt, was passiert, wenn eine überlastete Infrastruktur so lange stiefmütterlich behandelt wird«, so Wüst.

Für die Unternehmen und die Pendler sei es wichtig zu wissen, wie es weitergehe, ergänzte Burkhard Landers, Präsident der IHK Duisburg-Wesel-Kleve. Man habe bereits einen ersten Vorschlag gemacht, wie das weitere Vorgehen aussehen könnte. Jetzt müsste wir gemeinsam daran arbeiten, um die Erreichbarkeit des Logistikstandorts Niederrhein zu sichern.

Vier konkrete Maßnahmen stellte Minister Wüst bei der IHK vor:

  • Tägliche Überprüfung der reparierten Schäden
  • Unter Leitung der Regierungspräsidentin Düsseldorf werden die Beteiligten im 14-tägigen Rhythmus die Verkehrssituation analysieren und an einer Verbesserung der Umleitungskonzepte arbeiten
  • Überladene Lkw werden konsequent abgeleitet
  • Alle Möglichkeiten einer weiteren Beschleunigung des Neubaus werden genutzt.

Die Prüfung des gesamten Bauwerkes, insbesondere der sensiblen Bereiche, gehe derweil kontinuierlich weiter. Auch wenn die Brücke für den Verkehr wieder freigegeben werde, könne niemand absehen, ob künftig neue Schäden entdeckt würden, hieß es.

Insbesondere die jetzt reparierten Schäden würden täglich in Augenschein genommen. Alle zwei Wochen würden die Verantwortlichen tagen, um für den Fall weiterer Sperrungen weiträumige Umleitungskonzepte und mögliche Back-Up-Lösungen zu erarbeiten. »Außerdem werden wir alles dafür tun, rechtswidrig überladene Lkw vor der Brücke zu stoppen«, so Wüst weiter. Um das zu gewährleisten, werde eine Waage- und Ableitungsanlage installieren, kündigte Elfriede Sauerwein-Braksiek an, Direktorin des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen.

Der Minister will auch beim Neubau Druck machen: »Ich bin mir mit Bundesverkehrsminister Dobrindt einig: Gemeinsam werden wir alle Möglichkeiten einer weiteren Beschleunigung des Neubaus angehen.«
Nicht umsonst seien im Koalitionsvertrag der Erhalt, die Modernisierung und der bedarfsgerechte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zu einem Schwerpunkt der Landespolitik erklärt worden. »Das Geld ist da, aber es wurden zu lange nicht die nötigen Planungen und entscheidenden Schritte eingeleitet«, kritisierte Wüst. »Das hatte auch ideologische Gründe, aber in dieser Landesregierung sind sich alle einig: Wir wollen die Straßen und Brücken in NRW schnellstmöglich wieder in Schuss bringen«, fuhr er fort.

Straßen.NRW nutzt die derzeitige Vollsperrung, um die Fahrbahn in Richtung Venlo zu sanieren. Eine bereits vorher geplante Vollsperrung in diesen Sommerferien für diese Arbeiten sei somit nicht mehr nötig.

Die Rheinbrücke Neuenkamp stammt von 1970, damals für 30.000 Autos und Lastwagen pro Tag geplant. Inzwischen wird sie Straßen NRW zufolge täglich von 100.000 Fahrzeuge genutzt, 10.000 davon sind Lkw. Die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH wurde im Sommer 2014 mit der Planung für den Ausbau der A 40 zwischen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen einschließlich dem Bau der neuen Brücke Neuenkamp beauftragt, die deutlich breiter sein soll als die bestehede. Noch in diesem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.
 
Die Duisburger Rheinbrücke im Verlauf der A40 ist eine so genannte Schrägseilstahlbrücke. Sie ist 777 m lang und hat eine Fläche von rund 28.000 m2. Instandsetzungsarbeiten gab es auch schon in den vergangenen Jahren: Die Fahrbahnübergänge wurden 1977 ausgetauscht, und schon zweimal, 1996 bis 1998 und 2010 bis 2013, wurde die Fahrbahnplatte wegen aufgetretener Risse saniert. Seit einigen Jahren hat man auch immer wieder Schäden in den Querträgern festgestellt, die regelmäßig geschweißt wurden.